Leistungssportförderung



Junge Seglerinnen und Segler, die nach dem Einstieg in den Segelsport eine Leistungsportkarriere anstreben, finden ein gegliedertes und aufeinander aufbauendes Angebot an Trainings- und Fördermöglichkeiten vor, das hier in einer Übersicht kurz zusammengefasst ist.

 

Regattakarriere

Die Regatta-Karriere beginnt im Allgemeinen beim eigenen Verein und kann – bei entsprechender Leistung – bis zum A-Kader des Deutschen Segler-Verbandes und einer Teilnahme an Olympischen Segelwettbewerben führen.
Diese Sportkarriere wird begleitet und unterstützt von einer systematisch aufeinander abgestimmten Nachwuchs- und Leistungssportförderung auf den folgenden drei Ebenen: Lokal (Segel-Verein), Regional (Landes-Segler-Verband) und National (Deutscher Segler-Verband).

 

Partner und Grundlagen

Daran wirken auf den einzelnen Ebenen wichtige Partner mit, wie z.B. der Landesportbund, Landessporthilfen/-sportstiftungen, die Stiftung Deutsche Sporthilfe, die Olympiastützpunkte, der Deutsche Olympische Sportbund, das Bundesministerium des Innern, das Bundesministerium der Verteidigung, der Deutsche Segler-Verband sowie – im Bereich der persönlichen Ausbildung - Schulen und Universitäten. Die Einzelheiten dieser Förderung sind u. a. festgelegt in Regionalkonzepten und Strukturplänen der Landessegler-Verbände, der Nachwuchsleistungssportkonzeption 2006-2012 des DSV und im Strukturplan des Bereichs Leistungssport 2009-2012 des DSV.

 

Kadersystem

Grundsätzlich gibt es bei der Leistungssportförderung unterschiedliche Förder- bzw. Leistungsgruppen: die so genannten „Kader“ - wobei der A-Kader den Spitzen-Kader, gefolgt vom B-Kader, dem Anschluss-Kader, und dem C-Kader, dem Nachwuchskader des Deutschen Segler-Verbandes auf nationaler Ebene darstellt. Der D-Kader vereint den hoffnungsvollen Nachwuchs auf der regionalen bzw. Landes-seglerverbands-Ebene. Die nationale und regionale Ebene verbindet als Schnittstelle und Übergangskader der D/C-Kader, ein Landeskader mit zusätzlichen zentralen Maßnahmen, koordiniert und durchgeführt vom DSV.

 


Karrierestart

Die Karriere beginnt meist in der Trainingsgruppe des eigenen Segel-Vereins oder in gemeinsamen Trainings- und Fördergruppen mehrerer Vereine. Hier werden die Wissens- und Kompetenz- Grundlagen für das Regattasegeln gelehrt und gelegt, Talente gesichtet und an ein systematisches D-Kader-Training auf der Ebene des Landes-Segler-Verbandes herangeführt. In dieser Phase erfolgt auch der Einstieg in die jeweilige Klassenvereinigung.

 

D-Kader

Die Sichtung von Kandidaten/innen für eine D-Kader-Berufung erfolgt in speziellen Lehrgängen und bei festgelegten Pflichtregatten für die Kaderaufnahme.
Die Festlegung, in welchen Bootsklassen D-Kader-Training angeboten wird, wird in einem Regionalkonzept getroffen, das auf die jeweiligen regionalen Möglichkeiten und Bedingungen abgestimmt ist. Partner dieses Regionalkonzeptes sind der Deutsche Segler-Verband, der Landesportbund, der Landesseglerverband und der Olympiastützpunkt des betreffenden Landes oder der betreffenden Region.

 

DC-Kader

Die erste Ausrichtung auf internationale Wettkämpfe und die Vorbereitung auf das systematische Hochleistungstraining erfolgt dann im D/C-Kader des betreffenden Landesseglerverbandes. Der D/C-Kader ist der Leistungskader des Landesseglerverbandes. Er umfasst die Bootsklassen Laser Männer, 470er Männer, 470er Frauen, Laser Radial Frauen, Surfen Männer, Surfen Frauen und 49er. Neben den regelmäßigen Trainingsmaßnahmen des Landes-seglerverbandes wird ein ausgewähltes Programm zusätzlicher zentraler Bundesmaßnahmen vom Deutschen Segler-Verband angeboten. Die Dauer der Förderung beträgt maximal 3 Jahre.
Die Aufnahme in den D/C-Kader hängt, von der Wettkampfleistung bei jährlich benannten Saisonhöhepunkten (in Einzelfällen ausnahmsweise auch von alternativen Leistungsnachweisen) ab. Zusätzlich wird das Entwicklungspotenzial des Kandidaten im Hinblick auf das Ziel C-Kader eingeschätzt. Dabei werden Beurteilungen und Berichte des Bundesnachwuchstrainers/ Bundestrainers herangezogen, die u. a. das seglerische Können, die körperliche Eignung und den Leistungsabstand zum C-Kader bewerten und Perspektivaussagen treffen. Hinzu kommt die Beurteilung des Landestrainers, die Einschätzung der schulischen Voraussetzungen, des sozialen Umfeldes, des Zeitbudgets, der eigenen Zielstrebigkeit / Selbstdisziplin und der leistungssportlichen Lebensführung. Die Leistungsentwicklung wird anhand der Ranglisten des Vorjahres und des laufenden Jahres beurteilt.

 

C-Kader

Die nächste Stufe ist der C-Kader, als Nachwuchskader des Deutschen Segler-Verbandes. Er umfasst alle olympischen Bootsklassen. Die Förderdauer beträgt hier maximal 3 Jahre. Der Kandidat darf nicht älter als 22 Jahre – in den High Performance und Kielbootklassen 23 Jahre – sein. Die Berufung in den C-Kader erfolgt durch den Olympia-Segelausschuss des Deutschen Segler-Verbandes auf Vorschlag des Ausschusses für Nachwuchsförderung. Auch hier werden nicht nur zahlenmäßige Kriterien wie z.B. die Regattaergebnisse und die Rangliste, sondern auch die Beurteilung der bisherigen Leistungen und die Einschätzung durch den jeweiligen Bundestrainer herangezogen. Die betrachteten Aspekte – allerdings hier mit dem Ziel Hochleistungstraining - sind dabei ähnlich wie bei der D/C-Kader-Berufung.

 

B-Kader

Es folgt dann als nächster Schritt der B-Kader als sog. „Anschlusskader an den A-Kader des Deutschen Segler-Verbandes“ mit maximaler Förderdauer von zwei Jahren. Er umfasst alle olympischen Bootsklassen. Voraussetzung für die Berufung sind Platzierungen 11 bis 16 bei Weltmeisterschaften oder Platz 4 bis 16 bei Europameisterschaften (wobei dabei alle europäischen Teilnehmer gewertet werden). Für eine spätere Wiederberufung sind Platz 11 bis 16 bei der Weltmeisterschaft und Platz 4 bis 12 bei der Europameisterschaft erforderlich.

 

A-Kader

Der A-Kader ist der Spitzen-Kader des Deutschen Segler-Verbandes. Er umfasst alle olympischen Bootsklassen. Bedingung für die Aufnahme in diesen Kader ist ein Erreichen von Platz 1 bis 10 bei Olympischen Spielen oder bei Weltmeisterschaften. Finden im gleichen Jahr sowohl WM als auch EM statt, wird grundsätzlich als Kaderkriterium nur die WM herangezogen. Nur in Einzelfällen und in Absprache mit dem Deutschen Olympischen Sportbund können Platzierungen 1 bis 3 bei der EM berücksichtigt werden, wenn bei der EM ein der WM vergleichbares internationales Leistungsniveau gegeben war.

 

Maßgeblich sind die Regionalkonzepte der Landesseglerverbände, der Nachwuchsleistungssportkonzeption 2006-2012 des DSV und im Strukturplans des Bereichs Leistungssport 2009-2012 des DSV.  


1.Auflage - 7/2010
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